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Lava-Wein: Ein Malvasier aus Lanzerote

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„Wein ist für Lanzarote sehr wichtig!“, meint unser Guide mit einem verschmitzten Lächeln. Nach einer kleinen Pause, in der er die fragenden Gesichter seiner Gäste betrachtet, fügt er hinzu: „Hier gibt es nämlich kein Wasser. Was sollen wir also trinken.“ Er hat die Lacher auf seiner Seite. Doch halt: Wein braucht Sonne und Wasser, um zu reifen! Der Guide hat die Frage natürlich vorausgesehen und setzt zu einer blumigen, ausführlichen Erklärung an, die hier nur verkürzt wiedergegeben werden soll: Durch den Passatwind, der so kühl ist, dass die Luftfeuchtigkeit am warmen Boden kondensiert, erhält die Rebe das notwendige Wasser. Um diesen Effekt zu verbessern, wird zusätzlich Asche auf die Böden gestreut. Damit wäre diese Frage also auch geklärt und wir können weiter zur Weinprobe gehen, auf die ich schon sehr gespannt bin. Denn Wein kann ich mir auf der Vulkaninsel Lanzarote nun wirklich nicht vorstellen. Wir sind in der „Bodega Rubicon“, eines der bekanntesten Weingüter au...

Andalusisches Garnelenpfännchen

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Zwei junge Männer, übermüdet, doch immer noch neugierig auf die fremde Umgebung, streifen durch enge Gassen. In dem kleinen Hotel, dessen Zimmerpreise gerade noch in ihr Budget passen, haben sie geduscht und frische Wäsche angezogen. Nur die Jeans blieben die gleichen, leicht speckig und mit Schmutzrändern an den Säumen. Das kühle Wasser, das den Staub aus den Poren gewaschen hat, beflügelte die Lebensgeister und so meldete sich recht bald der Magen und verlangte nach Befriedigung seiner Bedürfnisse. Doch wohin sollten sie ihre Schritte lenken? Sie besaßen noch keinen Stadtplan von Granada, denn die touristischen Attraktionen standen erst für den folgenden Tag auf dem Programm. Und vom Besitz eines Gourmetführers waren sie gar weiter entfernt als ein amerikanischer Bulettenbrater vom Michelinstern. Anzumerken ist hier, dass die beiden in einer   Zeit durch das spanische Andalusien zogen, als Smartphones mit Internetzugang noch etwas für Science-Fiction-Filme waren. Die...

Wenn der Eismann zweimal klingelt.

Wenn es ein Geräusch gibt, das für mich zum Sommer gehört, dann ist es das blecherne Bimmeln, mit dem in meinem Viertel der italienische Eiswagen sein Kommen ankündigte. Schon von weitem war er zu hören und wir Kinder machten ein Spiel daraus, zu raten, in welcher der Nachbarstraßen er gerade ist. Doch wenn wir uns verschätzt hatten, was öfter vorkam, und er bog bereits in unsere Straße ein, setzte augenblicklich Hektik ein, die, wenn er schon mehr als einmal gebimmelt hatte, in schiere Panik umschlug. Der Eismann wartete nämlich nie besonders lange auf seine Kundschaft. Wo war Mama? Sie hatte das Geld, das ich dringend für die ersehnte kühle Erfrischung brauchte. Und die Verhandlungen über die Anzahl der erlaubten Kugeln würde auch wieder Zeit in Anspruch nehmen. Wertvolle Zeit, in der unser Lieblingsitaliener schon weiterfahren könnte. War die erste Hürde genommen, so trugen wir die Münzen in schweißnassen kleinen Fäusten nach draußen, stellten uns mehr oder weniger hinterei...